22,4 km in knapp 8 Stunden, 1700 HM rauf und 1545 HM runter
Wieder ein sehr anstrengender Tag. Ich bin wieder total ausgepowert. Das liegt auch daran, daß ich den ganzen Tag nichts essen kann bzw das Essen auch nicht unbedingt behalte. Die Nacht habe ich sehr gut geschlafen. Kein Wunder, ich hatte das gesamte Notlager für mich alleine.

Nach der Hütte gleich wieder bergauf auf einfachem Weg in Richtung zum nächsten Joch. Das Wetter war anfangs nicht besonders. Es sah schon nach einem frühem Gewitter aus. Aber die Wolken haben sich bis mittags verzogen und es wurde wieder ein schöner heißer Tag.



Bis zum Trunajoch meist nur wenige Meter rauf und runter. Nur ein schwereres Geröllfeld zu queren. Das war allerdings die Abkürzung. Kurz darauf habe ich mich noch auf die rechte Seite gelegt, damit auch dort Sturzspuren aufweisen kann. Jetzt bin ich jedenfalls beidseitig zerschunden.




Ab dem Joch noch kurz auf einem Wanderweg, dann auf der Fahrstraße bis zur Trunahütte. Kurze Rast mit alkoholfreiem Weißbier. Was zu essen habe ich mich nicht getraut. Danach noch kurz auf dem Fahrweg weiter, kurz darauf Abkürzung nach Trins über einen doch sehr steilen Wanderweg. Kurz vor dem Tal wieder zurück auf die Fahrstraße. Hier habe ich dann das erste bekannte Gesicht getroffen.




In Trins habe ich mich noch gestärkt mit einem Elektrolytgetränk. Das war auch dringend nötig, irgendwo musste die Power für den Anstieg auch noch herkommen. Gegessen hatte ich eben nichts. Die ersten paar hundert Höhenmeter waren unglaublich hart. In der Nachmittagshitze habe ich meinen geschundenen Körper nochmals Höchstleistungen erbringen lassen und nach etwas mehr als zwei weiteren Stunden habe ich dann die Hütte endlich erreicht.


Aber irgendwie bin ich noch nicht so kaputt wie ich vermutet habe. An der berühmt berüchtigten Wiese habe ich 2 junge Männer überholt, die habe ich so schnell nicht auf der Hütte gesehen. Kurz darauf habe ich noch eine Gruppe von 4 jungen Menschen überholt. Eine halbe Stunde vor ihnen war ich auf der Hütte. So fertig kann ich irgendwie doch nicht sein. Mal schauen, wie ich das Essen heute vertragen werde.
