Hamburg nach Celle auf dem Heidschnuckenweg (eigentlich nach Hannover)

Eine etwas längere Etappe, die aufgrund schlechterer Versorgungslage und auch mangelnder Übernachtungsmöglichkeiten durchaus anspruchsvoll werden könnte.

Tag 18: Teufelsbrück bis Steinbeck. In Hamburg sehr früh aufgebrochen. Farewell zu Daniel. Mit den Öffis wieder zurück nach Teufelsbrück und mit der Fähre über die Elbe. Am Werk von Airbus vorbei immer Richtung Süden zum Heidschnuckenweg. Zu meiner Überraschung doch recht hügelig. Der Weg hat gefühlt jeden Hügel und den darauffolgenden Abstieg mitgenommen. Aber es gab auch Trail magic. Bauwagen mit Getränken und Süßigkeiten gegen Spende. Aber am Ende habe ich doch meinen Übernachtungsplatz erreicht und eine Überraschung erlebt. Meine Mit-Wandererin Pura-Vida wartete schon in der Schutzhütte. Nach einer netten Unterhaltung und Tee verschwand jeder in seinem Zelt.

Tag 19: Steinbek nach Handeloh. Kurzer Tag heute. Da ich noch keinen Plan habe, wie ich am besten durch die Heide kommen soll, starte ich erst mit kleinen Schritten. Trotz kurzem Tag früh raus aus dem Schlafsack. Frühstück ganz zufällig mit meiner Mit-Wandererin. Danach trennen sich unsere Wege aber bis zum Mittag in Handeloh kreuzten sich unsere Wege doch immer wieder. Heute bin ich zum ersten Mal bei einem Trail angel untergebracht. Matthias macht das regelmäßig auch für andere Wege wie auch den E1.

Tag 20: Handeloh zum Campingplatz Brunautal. Heute erster Regentag. Typisch Deutschland, kaum regnet es – schon ist es kalt. Bis Undeloh war’s feucht, dort zu meiner Überraschung Kaffee und belegte Brötchen. Ab hier war es nur noch kalt. Schon irgendwie komisch, vor ein paar Tagen zeigte das Thermometer am Morgen kaum über 0 Grad, jetzt hat es knapp 10 Grad und es fühlt sich arschkalt an. Die vielen km heute habe ich allerdings ohne Probleme geschafft. Hier ist ein netter Campingplatz mit einem recht guten Lokal mit einer Riesenauswahl an Speisen, sogar vegetarisch und auch vegan!

Tag 21: Brunautal zum Campingplatz am Simpel. Regen, Regen und nochmal Regen. Und das ab dem frühen Morgen. Schon das Zelt habe ich bei Regen abbauen dürfen. Nach Smalltalk mit dem Betreiber des Platzes und Pura-Vida mit Kaffee und Süßigkeiten (anstatt Frühstück) raus in den Regen nach Bispingen zum richtigen Frühstück bei Edeka. Pura-Vida taucht später auch noch auf und auch Torsten (er hat sich vorgestellt ohne Haar). Ich habe mich hier zu lange aufgehalten, bin dann erst gegen 11 weiter. Ohne Musik in der passenden Lautstärke hätte ich den Rest des Tages nicht überlebt, ging leider ein Stück an der A7 entlang. Ich bin letztendlich am Campingplatz am Simpel gelandet, da ich unterwegs entschieden habe, trocken übernachten zu wollen, und zwar im Fass. Gesagt, getan. Jetzt bin ich hier und muss morgen büßen….

Tag 22: Campingplatz am Simpel zur JH Müden. Das war ein anstrengender Tag. Aber auch die nächsten Tage werden genauso anstrengend. Jeder Tag nun mit ca. 40 km. Da habe ich mir die Ruhetage in Hannover redlich verdient. Heute war’s nicht so toll. Fast nur Waldwege und das klassische Roadwalking. Allerdings gab’s dann teilweise einen Trampelpfad am Straßenrand. Erst kurz vor Müden am Löns Stein besserer Weg. Gespräche hatte ich eigentlich nur eines heute. Mit einem 80jährigen, der auf dem NST Trail unterwegs ist, allerdings mit dem Fahrrad. Eigentlich so gut wie unmöglich, da es Abschnitte gibt, die sind einfach nicht befahrbar. Er meinte nur, dann schiebt er eben. Ansonsten war es heute ein einsamer Tag.

Tag 23: Müden nach irgendwo im nirgendwo – Parkplatz Misselhorn. War wieder einmal eiskalt. Ich komme mir vor, als ob es Februar wäre. Auch tagsüber war es relativ frisch, dazu Wind aus Osten. Ab Müden eine kleine Umleitung. Der Weg danach war echt spaßig. Ab Poitzen wieder Forstwege, in Fassberg einer Kaserne entlang. Immer wieder Donner von irgendwelchen Geschossen. Hier in der Heide sind unglaublich viele Kasernen und Übungsgelände. Immer Krach außen herum. Ballern ist gerade wieder IN! Teils doch wieder viele langweilige Waldwege heute. Ich war dann froh, daß ich mein Tagesziel zeitig erreicht hatte und mein Trail Angel bereits auf mich wartete.

Tag 24: Parkplatz Misselhorn nach Celle und weiter nach Hannover. Wieder ein wolkiger Tag. Die Sonne habe ich erst in Hannover gesehen. Dazu war es nicht sonderlich warm. Claudia hat mich nach dem Frühstück wieder am Parkplatz abgesetzt. Nach dem farewell habe ich mich auf die letzte Etappe in der Heide gemacht. Nach ungefähr 10 km kam ich an der 800er Tafel vorbei. Jetzt sind es nur noch ca. 2900 km. Der Weg nach Celle zog sich dann doch etwas. Lag es den beiden Tagen davor oder vielleicht nur am sehr langweilgem Weg zwischendurch. Wahrscheinlich beides. Aber bereits gegen 16 Uhr bin ich am Bahnhof eingetroffen, von wo ich nach Hannover zu meinem Freund Oska für zwei zero days aufgebrochen bin.


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