Hann. Münden nach Brilon 

Tag 38: Knickhagen zum Biwak Helfensteine. Ich habe mich heute etwas dem Wetter angepasst und es ruhig angehen lassen. Nach dem Duschen, zusammen räumen und kleinem Frühstück rauf auf den Trail. Ganz gemütlich auf dem Radweg zur nächsten Ortschaft. Weiter auf einsamen Pfaden (einen Jogger getroffen) und vorbei an 2 Jugendcamps (eines davon waren Pfadfinder – unschwer am Halstuch zu erkennen), zwischendurch Frühstück und dann Abkürzung nach Weimar. Resupply und was mir noch wichtiger war: das Café Helfensteine. Dort habe ich mehr als 2 Stunden verbracht, mehrere Gespräche geführt und sogar etwas gedöst. Gegen 18 Uhr Aufstieg zum Biwakierplatz, welches mir angesichts der faulen Stunden und evtl auch des Bieres doch sehr schwer fiel. Aber toller Platz mit gemütlicher Bank und Aussicht.

Tag 39: Helfensteine zur NST Hütte bei Sand. Heute sind mir die drei mit Hund wieder begegnet. Ich wurde zum Bier trinken verführt. Leider konnte ich nicht nein sagen. Heute war’s sehr sonnig, aber nicht zu warm, denn es wehte ein laues lüftchen. Nach der Pause lief es schlechter. Kein Wunder. Aber ich habe auch heute wieder viele Höhenmeter und km gemeistert und habe zum Abschluss des Tages beim Italiener indisch gegessen. Danach etwas schwerfällig zur Hütte und dann nach aller Vorbereitung festgestellt, daß im nagelneuen Dach ein Wespennest ist. Ich habe aber trotzdem gut geschlafen.

Tag 40: NST Hütte Sand zur NST Hütte bei Böhne. Trotzdem bin ich am Morgen früh aufgebrochen. Hatte doch irgendwie Respekt vor den Viechern. Heute sehr viele Wege über Wiesen. Nasse Füße und Zecken garantiert. Am Vormittag noch schweißtreibender Aufstieg zur Weidelsburg. Kurz vorher habe ich 2 Frauen getroffen, die den Habichtswaldweg teils gehen. Heute ist Schluss, da es morgen wieder zur Arbeit geht. Eine von beiden kannte auch bereits den NST. Langsam aber sicher wird der Trail bekannt. Die beiden Frauen habe ich nachmittags nochmals getroffen. Die haben mich klammheimlich bei meiner ausgedehnten mittäglichen Rast überholt. Beide machten gerade Rast an einer Picknickstelle, ich habe mich dazugesellt und wir haben uns eine Weile gut unterhalten und sind dann noch gemeinsam ein Stück gelaufen, bis sie zum Parkplatz wo das Auto stand abgebogen sind. Ich bin dann die letzten Meter alleine bis zu meiner Hütte gelaufen.

Tag 41: NST Hütte Böhne zum DKV Camping Edersee. Gemütlicher Wandertag heute. Nicht mal 30 km. Und vor 4 schon am CP. Nochmals schöner Weg nach Waldeck. Ideales Wetter für einen Morgenspaziergang. Frühstück in Waldeck, dann auf den Urwaldsteig Edersee und gleich die falsche Abzweigung genommen. Ich wollte unbedingt den schwierigen Weg nehmen. Dadurch habe ich leider einige Zeit an einer Hauptstraße entlang laufen müssen. In Schaid eine ausgiebige Mittagspause, hier hatte ich die Qual der Wahl. Ich habe mich aber dann für die Empfehlung einer Wandererin entschieden, die ich kurz vorher getroffen hatte und wir uns unterhalten hatten. In der Pizzeria hatte ich auch noch ein interessantes Gespräch mit einem deutsch/südafrikanischen Paar. Danach ging’s dann die letzten km zum CP, wo ich endlich wieder eine Dusche bekam und Wäsche gewaschen habe. Und selbstverständlich gab’s auch dort noch was zu Essen. Ein italienischer Tag heute. Mittags Pizza ? und Abends Spaghetti ? alio olio.

Tag 42: Camping Edersee zur NST Hütte Lengefeld. Ruhige Nacht, jedenfalls fast. Ich bin irgendwann aufgewacht und da schaute doch tatsächlich ein Waschbär in mein Zelt. Aber als ich mich bewegt habe ist das Miststück sofort verschwunden und hat sein Unwesen anderswo getrieben. Der Urwaldsteig war ganz abwechslungsreich. Einfacher Weg wechselte sich immer wieder mit einsamen und steilen Pfaden ab. Der restliche Abschnitt auf dem Waldeck Weg war im Vergleich dazu langweilig. Gegen Mittag hat sich das Wetter etwas umgestellt. Der Wind drehte auf nördliche Richtung und man spürte sofort die kühlere Luft. Zum wandern angenehmer.

Tag 43: Lengefeld zur NST Hütte bei Adorf. Nach meinem kleinen Schwächeanfall gestern Abend und heute morgen ging es irgendwann doch wieder ganz gut. Entweder übertreibe ich es gewaltig oder ich spreche auf Wetterumschwünge an. Nichts desto trotz heute wieder etwas mehr als 30 km. Und viele Leute getroffen und Gespräche geführt. Deswegen war ich auch sehr lange unterwegs, da ich teilweise sehr lange gequatscht habe. Heute gab’s auch wieder Einkehr. Zur Mittagszeit bei der Bäckerei Lamm leckeren Kuchen und als verfrühtes Abendessen einen veganen Burger ? in Adorf. Danach Aufstieg zu meiner heutigen lodge.

Tag 44: Adorf zur NST Hütte 154 und weil’s Spaß gemacht hat weiter zur NST Hütte 155. Wieder ein sehr warmer Tag. Kein Wunder, daß ich kaum jemanden begegne. Brilon habe ich am frühen Nachmittag erreicht. Das Kaff hat nicht mal einen richtigen Bahnhof. Aber unser derzeitiger Bundeskanzler kommt von hier. Nach einer Pause und Shopping ging’s dann auf den Rothaarsteig. Aber nach einer Weile musste ich Rast einlegen. Wasser treten. Nach einer weiteren kurzen Strecke wartete ein schöner Biergarten auf mich. Da konnte ich nicht wiederstehen. Mit schwerem Kopf bin ich dann zu meinem Nächtigungsplatz aufgestiegen. Es hatte dann abends ein kräftiges Gewitter, so dass ich alles zusammen packte (es pisste in die Hütte rein) und mich bei Donnergrollen und Regen zur nächsten Hütte aufgemacht habe, nur um festzustellen, daß es da auch reinpisst. Gut Nacht.


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